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Hier erhalten Sie die neuesten Informationen und Meldungen rund um die Calpam.
Kälteeigenschaften von Dieselkraftstoffen
In Deutschland schreibt die gesetzlich vorgeschriebene Anforderungsnorm für Diesel-kraftstoff DIN EN 590 vor, dass Dieselkraftstoff der zwischen dem 16. November bis Ende Februar angeboten wird, bis minus 20°C filtrierbar sein muss. Die Filtrierbarkeit definiert über den (CFPP Cold Filter Plugging Point) wird nach einem genormten La-borverfahren bestimmt.
Dieser Grenzwert wird von den Raffinerien/Tankstellen auch erfüllt, üblicherweise liegt der Wert sogar unterhalb minus 22°C. Obwohl der gesetzlich vorgeschriebene Grenzwert an den Tankstellen in Deutschland in der Regel sogar übererfüllt wird, kommt es dennoch aktuell gelegentlich zu Start- und Fahrbarkeitsproblemen bei Die-selfahrzeugen. Dies liegt unter anderem daran, dass das genormte Laborstandard-verfahren nicht repräsentativ für alle in der Realität vorkommenden Gegebenheiten ist. Die Filtrierbarkeit hängt neben den Kälteeigenschaften des Dieselkraftstoffes auch stark von den fahrzeugseitigen Kraftstoffsystemen ab. Durch fahrzeugseitige Maß-nahmen, wie z.B. Filterheizungen etc., lässt sich die Kältebetriebsbereitschaft signifi-kant verbessern. Eine generelle vorsorgliche Auslieferung von Dieselkraftstoffen mit Filtrierbarkeiten deutlich unterhalb der Normanforderungen könnte für den gesamten Winterzeitraum zu Produktpreiserhöhungen führen, die unter Berücksichtigung even-tuell kurzer, extremer Kälteperioden insgesamt nicht wirtschaftlich wären. In typi-scherweise dauerhaft kalten Regionen, wie z.B. Skandinavien, werden daher speziel-le Arktikdiesel angeboten. Diese können aber bei höheren Temperaturen anwen-dungstechnische Nachteile haben. Wenn Dieselfahrzeuge mit verstopften Kraftstofffil-tern liegen bleiben, hilft nur ein Erwärmen des Kraftstoffsystems, um die ausgefalle-nen Paraffinkristalle wieder in Lösung zu bringen. Hierzu sollten die Fahrzeuge in wärmen Räumlichkeiten (Garage/Halle) geparkt werden. Weiterhin ist ein Wechsel des Kraftstofffilters empfehlenswert.
Die nachträgliche Zugabe von Fließverbesserern, nachdem sich die Paraffinkristalle bereits gebildet haben, ist nutzlos. Die vorbeugende Zugabe von Fließverbesserern durch den Verbraucher kann eine Verbesserung der Fließfähigkeit bewirken, sollte aufgrund der Komplexität allerdings sorgfältig erfolgen. Diese Additive wirken nur in einem bestimmten Konzentrationsbereich optimal; bei starker Überdosierung kann in Einzelfällen eine Verschlechterung der Kälteeigenschaften eintreten. Fließverbesse-rer werden zur Erreichung des laut EN 590 für den CFPP vorgegebenen Mindest-grenzwertes von minus 20°C bereits in den Raffinerien zu gegeben. Für den Ver-braucher ist es daher im Nachhinein schwierig den optimalen Konzentrationsbereich einzustellen. Hier sollten daher die Angaben und Empfehlungen der Hersteller (Fahr-zeug- und Additivhersteller) beachtet werden.
Insbesondere bei modernen Dieselmotoren, die z.B. mit Common-Rail oder Pumpe-Düse-Systemen arbeiten, darf keinesfalls Benzin zum Diesel beigemischt wer-den. Die hierbei stattfindende Absenkung der Viskosität kann zu schweren Schäden am Motor und Bauteilen des Kraftstoffsystems führen. Aus Sicherheitsgründen ist weiterhin zu beachten, dass bereits bei geringen Beimischungen von Benzin der Flammpunkt von Diesel signifikant abgesenkt wird.
Quelle: Uniti-Rundschreiben 04/2012 - Kontakt: Uniti-Mineralöltechnologie GmbH, Berlin - Tel.: 030/755414-400, Fax: 030/755414-474, info@uniti.de, www.uniti.de
Statement 2011
Die Calpam Mineralöl-Gesellschaft mbH Aschaffenburg hat mit den beiden deutschen Gesellschaften ein erfolgreiches Jahr 2011 verzeichnet. Trotz eines wirtschaftlich problematischen Umfeldes konnte die Calpam Mineralöl-Gesellschaft GmbH, Aschaffenburg ein positives Ergebnis erreichen. Die gesetzten Ziele konnten nur zum Teil erreicht werden. Der Absatz der Calpam Mineralölgesellschaft im Jahr 2011 wurde gesteigert. Die Calpam Mineralöl-Gesellschaft mbH in Aschaffenburg weist, vorbehaltlich der abschließenden Prüfung durch den Wirtschaftsprüfer, inklusive des Ergebnisbeitrages der Deutsche Calpam GmbH in Hamburg einen konsolidierten Jahresüberschuss für 2011 in Höhe von + 165 T€ aus.
Absatzdarstellung in m³
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Das Tankstellenjahr 2011 begann mit der Einführung des Produktes Super E 10. Dieses Produkt sollte auf Verlangen der Politik eingeführt werden, damit die im Bioquotenbeimischungsgesetz vorgegebenen Werte erfüllt werden können. Calpam hat sich dieser politisch gewollten Anforderung sofort gestellt und in den ersten beiden Monaten des Jahres alle Tankstellen technisch so umgerüstet, dass eine sofortige Produkteinführung möglich war. Leider wurde diese Produkteinführung zu einem noch nie dagewesenen Desaster. Alle Automobilverbände, Einzelhandelsverbände, Verbraucherschutz- organisationen und am Ende auch die politischen Parteien distanzierten sich von Super E 10. Die Verbraucher reagierten prompt und verweigerten die Akzeptanz. Die großen Mineralölgesellschaften stoppten die Produktion und stellten das Produkt über lange Zeit, regional unterschiedlich, nicht mehr zur Verfügung. Es kam zu Lieferengpässen bei Super E 5 und vielerorts mussten Tankstellen aufgrund mangelnder Versorgung zeitweise Zapfpunkte schließen. Calpam hat mit großem werblichen Aufwand und einem hohen logistischen Engagement der Logistikpartner, die Einführung von Super E 10 gut gemeistert. Der durchschnittliche Anteil von Super E 10 an den Calpam Tankstellen liegt zwischen 15 % und 30%. Die Benzin- und Dieselnachfrage hat sich an den Calpam Tankstellen positiv entwickelt. Der Umsatz und der Ertrag im Bereich der Tankstellen Shops konnten gegen den Markttrend weiter gesteigert werden.
Das Heizölgeschäft war von einer Marktentwicklung betroffen, die in dieser Form nicht vorhersehbar war. In den ersten drei Quartalen lag die Heizölnachfrage um 16,5 % unter dem Vorjahr. Damit einhergehend fand ein Preiswettbewerb, um die im Markt nachgefragten Mengen statt, der die Margen für den Handel, im Vergleich zum Vorjahr, laut Veröffentlichungen des Mineralöl Wirtschaftsverbandes (MWV) um ca. 60% absinken ließ.
Im Handels- und Endverbrauchergeschäft mit Heizöl und Diesel hat Calpam in diesem Jahr die Weichenstellung etwas verändert. Bei Heizöl wurde ausschließlich schwefelarme Ware verkauft. Dies ist ein wichtiger Schritt dazu, dass unsere Kunden und die Politik die Ölheizung als zeit- und umweltgerechte Heizform akzeptieren können. Die Marktanteile im Heizöl- und Dieselendverbrauchergeschäft konnten gesteigert werden. Bei Diesel wurde verstärkt der Vertrieb von Biodiesel vorangetrieben. Im Biodieselsegment, zur Beimischung im Rahmen des Biokraftstoffquotengesetzes, konnte der Marktanteil erheblich gesteigert werden. Mit der Einstellung von Karsten Wagener, in der Funktion als Standortleiter für den Standort Kleinostheim und als stellvertretender Spartenleiter, wurde das Team weiter verstärkt. Karsten Wagener hat vorher bei der EVG ESSO Rhein-Ruhr, die eine 100 % Tochter der ESSO Deutschland war und bei Petroplus in Deutschland und in der Schweiz gearbeitet. Diese beruflichen Erfahrungen und seine gute Vernetzung in der Branche sind ein Gewinn für Calpam. Zur Stärkung der betriebswirtschaftlichen Kontrolle wurde eine neue Stabsstelle für diesen Geschäftsbereich geschaffen. Die Aufgabe wurde Michael Newiger übertragen, der aus seiner beruflichen Erfahrung heraus ein umfangreiches Wissen aus allen branchenspezifischen Geschäftsvorfällen und deren buchhalterischen Zuordnung und Abwicklung mit einbringt.
Mit der Einführung der CalpamCashCard in 2011 bietet Calpam in Zusammenarbeit mit der Commerz Finanz ihren Kunden folgende Vorteile:
- Bonitätsabhängiger Kreditrahmen bis zu 5.000 €
- Mit der CashCard bargeldlos zahlen und am Geldautomaten Cash abgeben.
- Der zurückgeführte Kreditrahmen kann jederzeit wieder in Anspruch genommen werden.
- Mit der Karte verbunden sind diverse Bonusangebote, die den Nutzern einen erheblichen Mehrwert bieten. Diese Mehrwerte gelten bei Nutzung der Karte für alle damit verbundenen Umsätze.
Die Calpam hat das Tanklager in Kleinostheim weiter modernisiert. Die Verladeanlage für Diesel ist neu gebaut worden und die Verladezeiten konnten somit halbiert werden. Die Hauptverladeeinrichtung für Heizöl und Diesel ist im November als Kompletterneuerung in Auftrag gegeben worden. Hier wird, sobald die Teile angeliefert sind, eine neue Verladeanlage mit Oben- und Untenverladung gebaut.
Der Fuhrpark ist mit drei neuen Tankwagen weiter modernisiert worden.
Die Schmierstoffsparte hat erfolgreich gearbeitet. Die Calpam hat in den vergangenen Jahren wesentliche Grundlagen schaffen können, um im Markt der Gasmotorenöle zu einem Hauptanbieter in Deutschland aufsteigen zu können. Lange Versuchsreihen mit den Motorenherstellern konnten abgeschlossen werden. Calpam konnte hier beweisen, dass die vorgestellten Spezialmotorenöle die Leistungsfähigkeit der bisher eingesetzten Produkte in allen Bereichen übertroffen hat. Diese Basisarbeit der vergangenen Jahre konnte in 2011 in Verkaufserfolge umgesetzt werden. Ein neues Ausfuhrfahrzeug wurde angeschafft.
Calpam hat in 2011 wieder viel in die Substanz von Gebäuden, Anlagetechnik, IT Hardware und Software, Fuhrpark und ganz besonders in die Ausbildung der Mitarbeiter investiert. Der Ergebnisbeitrag der Deutsche Calpam GmbH Hamburg und des Tankstellengeschäftes der Calpam haben den Gewinnausweis ermöglicht.
Calpam - Seit 50 Jahren ein guter Partner
Seit der Gründung der Pam vor 50 Jahren war und ist es das Ziel der Calpam ehrlich und verlässlich für unsere Kunden da zu sein. Um dieses Ziel zu erreichen hat Calpam sich vor Jahren entschlossen die Dienstleistungen zum Kunden durch eine unabhängige Gütegemeinschaft regelmäßig prüfen zu lassen. Wir von Calpam meinen: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!
Damit unsere Kunden wirklich sicher sein können, dass bei der Heizöl- und Diesellieferung alles mit rechten Dingen zugegangen ist, hat die Calpam sich im Bereich Heizöl und Dieselkraftstoffe den strengen Bestimmungen des RAL Gütezeichens Energiehandel Heizöl und Diesel unterworfen. Dies war ein wichtiger Meilenstein in der Ausrichtung der Calpam, den Kunden in den Vordergrund des Denkens und Handelns zu stellen. Sehr viele Vorarbeiten mussten erfüllt werden um das Audit für dieses Gütezeichen bestehen zu können. im Jahr 2004 war es soweit und das RAL Gütezeichen Energiehandel wurde an Calpam übergeben.
Das RAL Gütezeichen gibt die Sicherheit, dass alles stimmt!
Zusätzlich zu der normalen zweijährigen Eichprüfung, die bei jedem Tankwagen durchgeführt wird, unterliegen unsere Tankfahrzeuge der stetigen, freiwilligen Kontrolle durch das staatliche Eichamt und den Kontrolleuren des RAL Gütezeichens.
Die Kontrollen finden ohne Vorankündigung statt. Sie gewährleisten die tadellose Funktion der Messanlagen unserer Fahrzeuge und deren Umwelt- und Verkehrssicherheit.
Auch die aktuellen, nicht angemeldeten, Nachprüfungen der letzten Zeit durch die Gütegemeinschaft zeigen, bei Calpam geht es mit rechten Dingen zu.
Manipulationen bei Heizöl und Diesellieferungen sind ausgeschlossen. Der sichere Transport sowie die korrekte Menge unserer Produktqualitäten sind jederzeit gewährleistet. Nur sehr wenige Ölhändler haben die sehr strengen Kriterien des RAL Gütezeichens bisher erfüllt und dürfen dieses Zeichen nutzen. Wir von Calpam meinen, dass es unsere Pflicht ist, unseren Kunden zu beweisen, dass Sie uns vertrauen können.
In den Jahren seit der Mitgliedschaft in der Gütegemeinschaft hat sich Calpam immer intensiver für die RAL Gütegemeinschaft und die Ziele der Qualitätssicherung eingesetzt. Dies wird auch damit dokumentiert, dass Calpam einige Jahre den Obmann des Gütausschusses gestellt hatte und seit April 2011 den stellvertretenden Vorsitzenden der Gütegemeinschaft Energiehandel stellt.
Ein schlechtes Beispiel
Der Bundestag hat die Immunität eines sächsischen CDU-Abgeordneten aufgehoben und damit den Weg für Ermittlungen wegen des Verdachts auf Tankbetrug frei gemacht.
Die Staatsanwaltschaft Leipzig geht einer entsprechenden Anzeige nach. Dem früheren sächsischen Justizminister wird vorgeworfen, 2010 an einer Tankstelle davon gefahren zu sein, ohne zu bezahlen. Laut Presseberichten ist der ehemalige Richter und heutige Bundestagsabgeordnete aber auch schon 2002 und 2008 von Zapfsäulen weggefahren ohne zu bezahlen. Mit der Aufhebung der Immunität kann nun ein Strafverfahren beginnen.
Der Politiker bestätigte den Vorfall. Er habe aber nicht vorsätzlich gehandelt, sondern lediglich vergessen zu bezahlen, so die Stellungnahme des ehemaligen Justizministers.
Alle Diebe in Deutschland sollten sich diese Argumentation merken, wenn sie denn vor Gericht bestand hätte. Das Delikt Diebstahl würde es nicht mehr geben und ein Delikt, Zahlung vergessen, müsste neu in das Strafgesetzbuch aufgenommen werden. Die Argumentation eines ehemaligen Justizministers und Richters sollte klar und im Sinne der deutschen Gesetze sein.
Gegen den Politiker war früher schon einmal wegen Tankbetrugs ermittelt worden. Bereits 2002 und 2008 hatte der Politiker - wie er damals sagte - im Stress das Bezahlen vergessen. Das Verfahren wurde eingestellt, weil ihm keine Betrugsabsicht und kein Vorsatz nachgewiesen werden konnten. Auch damals beglich er die Rechnung von rund 50 Euro im Nachhinein und entschuldigte sich. Die Justiz hat hier ein falsches Signal in Richtung eines Serientäters gegeben.
Es ist uns unverständlich, dass hier augenscheinlich gilt, die Kleinen hängt man und die Großen lässt man laufen. Jeder der tankt, weis, dass er bezahlen muß. Das hat mit Stress nicht zu tun! Wer wegfährt ohne zu bezahlen stiehlt! Eine Justiz, die dies durch Bagatellisierung zulässt macht sich hier mitschuldig. Tankdiebstahl ist kein Kavaliersdelikt sondern eine Straftat. Im Widerholungsfall ist sogar die Frage zu stellen, ob der Täter sittlich geeignet ist ein Fahrzeug zu führen?
Politiker, die dann auch noch das Ganze verbal herunterspielen wollen um die Partei angeblich vor Schaden zu schützen, gehen einen falschen Weg. Sie setzen ein falsches Signal! Aber es scheint wirklich so, dass es in Deutschlands Justiz mehr um den Täter- als den Opferschutz geht!
Politischer Aktionismus zum Schaden aller Bürger!
-Offener Brief an alle Bundestagsabgeordneten-
Die Calpam Mineralöl-Gesellschaft ist ein mittelständischer Mineralölhandel mit circa 60 Tankstellen. Die Statements, die in den letzten Tagen in den Medien, zum Thema staatliche Regulierung der Tankstellenpreise zu lesen waren, führen dazu, dass wir Sie mit diesem offenen Brief auf die Gefahren, die für uns als mittelständische Firma mit diesen angekündigten Maßnahmen verbunden sind, hinweisen möchten
Das Bundeskartellamt hat sehr deutlich in seiner Studie – Sektor Untersuchung Kraftstoffe - festgestellt, dass die Preise an den Tankstellen in Deutschland im freien Wettbewerb festgelegt werden. Es hat weiterhin festgestellt, dass die seinerzeitige Genehmigung der Zusammenschlüsse der Firmen XXX / XXX und XXX / XXX, eine falsche Entscheidung war.
Der Mittelstand hatte schon damals in Schreiben an das Kartellamt auf die nunmehr bestätigten Folgen einer Genehmigung dieser Zusammenschlüsse hingewiesen. Die Formulierung dieser Hinweise können Sie unter www.calpam.com nachlesen. Wenn Sie die Veröffentlichung lesen, werden Sie sehen, das das vorliegende und das damalige Schreiben keinen polemischen Aktionismus darstellen. Ein Vergleich zwischen dem seinerzeitigen Schreiben und dem Ergebnis der aktuellen Untersuchung des Kartellamtes zeigt auf, dass alle genannten Punkte nunmehr eingetroffen sind.
Aufgrund der Veröffentlichung der Studie wird seitens des Bundesverkehrsministers und des Bundeswirtschaftsministers ein Eingriff in die Handlungsautonomie der Mineralölhandelsunternehmen diskutiert. Wir haben berechtigte Sorge, dass mit diesem geplanten staatlichen Eingriff das Gegenteil, des von Ihnen Gewollten erreicht werden wird.
Sie stärken die Position der Oligopolisten! Sie verdrängen die Eigenständigkeit des Mittelstandes, der bisher als Korrektiv der Preise im Energiemarkt fungiert hat! Sie bereiten die Basis dafür, dass die Preisgestaltung aufgrund des Wegfalls des freien Einkaufs des Mittelstandes, dann ausschließlich von den Oligopolisten dominiert wird.
In den folgenden, als exemplarisch, aufgeführten Punkten, können Sie den Grund unserer Sorgen erkennen:
Wie bilden sich eigentlich die Preise, die als Grundlage für die Preise an den Tankstellen dienen?
Zum Ersten sind die Börsennotierungen an der New Yorker und der Londoner Börse das wichtigste Preiselement. Als zweite wichtige Komponente gilt der Umrechnungskurs von US Dollar in den Euro. Öl wird weltweit in US $ gehandelt. Um diese Notierung auf den deutschen Markt umzubrechen, muss der US $ gegen den € getauscht werden. Ein steigender € verbilligt den Import, ein fallender € verteuert den Import. Diese Notierungen unterliegen ständig wechselnden Kursschwankungen im internationalen Handel an den Börsenplätzen.
Es kommen weiterhin die physischen Auf- oder Abschläge die, je nach dem Volumen der aktuellen Nachfrage, auf den Börsenpreis kalkuliert werden. Dann kommen Frachten und Lagerkosten hinzu. Nicht zuletzt der Staat über die Energiesteuer, die Ökosteuer und die Umsatzsteuer bestimmt den größten Teil der Preise bei Kraftstoffen und Heizöl. Die Vertriebskosten müssen hinzugerechnet werden.
Die Auflistung zeigt, dass, mit Ausnahme der staatlichen Belastungen, ein hoher Anteil der zu kalkulierenden Preisbestandteile einer, bedingt durch den Börsenhandel, sehr schnellen Veränderung unterliegt.
Diese Veränderungen sind nicht vorhersehbar und im vorherein kalkulierbar. Sie sind hochvolatil!
Die Bundesregierung plant gesetzgeberisch in die Festlegung der Verkaufspreise einzugreifen und man kann nicht erkennen, dass auf der Seite der Einkäufe eine gesetzgeberische Balance zwischen Einkauf und Verkauf gefunden wird. Die Bundesregierung fordert, bei einem sich stetig wechselndem Einkaufspreis, eine vorherige Festlegung der Verkaufspreise.
Das wäre in Etwa so, als wenn Sie die Banken zwingen, Aktien oder Devisen zu einem 24 Stunden vorher veröffentlichten Kurs zu verkaufen.
Der Tankstellenmarkt ist inzwischen so preiselastisch, dass eine Preisdifferenz von 1 Cent und natürlich noch deutlicher bei einer größeren Preisdifferenz, darüber entscheidet, ob die Kunden die Tankstelle stürmen oder ob die Kunden die Tankstelle boykottieren. Der Markt zwingt aus Logistik- und Versorgungsgründen dazu, eine regional stabile Preisposition zu finden. Eine regionale und wettbewerbsorientierte Preisgestaltung ist heute ein zwingendes Muss für jeden Marktteilnehmer! Dies führt zu den vielen Preissenkungen, die wir im Markt erleben. Es gibt im Schnitt fünfmal mehr Preissenkungen als Erhöhungen. Dies ist durch die Kartellamtsstudie zweifelsfrei belegt worden.
Wenn die Tankstellen gezwungen werden, ihre Preisveränderungen 24 Stunden vorher anzumelden, wird dies dazu führen, dass viele mittelständische Anbieter diese Preisgestaltung über Spekulationen im Einkauf abdecken müssen. Sie kaufen Ware zu, wissen aber nicht ob sie die Einstandskosten am nächsten Tag im Markt realisieren können. Was passiert, wenn ein großer Konzern eine Preiserhöhung anmeldet und veröffentlicht, dann aber am nächsten Tag den vorher veröffentlichten Preis nicht realisiert, sondern unterbietet? Der Mittelstand muss folgen, hat aber im Einkauf einen festen Preis abgeschlossen. Der Staat treibt den Mittelstand mit der geplanten Initiative in ein spekulatives Handeln, welches in den Ruin oder in die Abhängigkeit der Oligopolisten führen kann. Warum?
Die großen Marktteilnehmer haben andere und vielfältigere Formen der Preisabsicherung.
Als Beispiel sei hier das Hedging genannt. Sie können gezielt den Preis heruntersetzen und später eine Abdeckung finden. Diese Instrumente hat der Mittelstand nicht. Mit diesem Handling kann der Mittelstand sehr leicht in den Ruin getrieben werden. Dadurch, dass, die in der Studie genannten großen Marktteilnehmer, die Einkaufspreise des Mittelstandes als Vorlieferanten im Wesentlichen gestalten, ist es ein Leichtes mit der geplanten Gesetzesinitiative den Mittelstand durch dieses Delta zwischen Einkauf und Verkauf in den Ruin zu treiben. Ist es das, was die Politik will?
Das von der Politik gerne in Anspruch genommene Argument, dass sich die Preise in Österreich bei ähnlicher Handhabung positiv entwickelt haben, ist falsch. Die Preise in Österreich sind nicht durch die Vorankündigung der Preisveränderungen unter den Preisen in Deutschland, sondern durch die niedrigeren Steuersätze, die in Österreich auf den Produkten liegen.
Statistiken zeigen auf, dass sowohl die XXX als auch die XXX nach Einführung dieser Regulierungsmaßnahme ihre Marktanteile deutlich steigern konnten. Dies dürfte ein weiteres Signal für die Richtigkeit der im obigen Text angeführten Argumente sein. Das Kartellamt hatte in 2002 deutliche Hinweise darauf bekommen, wie sich die geplanten Fusionen zwischen XXX / XXX und XXX / XXX auswirken werden. Nunmehr hat die Studie genau diese Punkte, die dem Kartellamt schon seinerzeit vorgetragen wurden, in jedem Punkt bestätigt.
Wir bitten die Politik und das Kartellamt einen seinerzeit gemachten Fehler nicht dadurch zu verstärken, indem man nun ein Verfahren einführt, das den Ruin des Mineralölmittelstandes bedeuten könnte, wenn er sich weiterhin im freien Einkauf bewegen soll. Verhindern kann der Mittelstand dieses vorgenannte Risikoszenarium nur, wenn er, genau mit den genannten Oligopolisten, Verträge abschließt, die diese Risiken vermeiden helfen. Nur dann tritt wieder genau das Gegenteil von dem ein, was als politisches Ziel erreicht werden soll. Fünf Firmen bestimmen die Einkaufspreise in Deutschland und somit auch die Verkaufspreise. Die Politik hätte dies mit der eigenen Gesetzgebung herbeigeführt!
Sie sehen an den vorgenannten Punkten, dass ein Eingriff in die Gestaltungsautonomie des Handels genau zum Gegenteil des von Ihnen gewollten Effektes werden kann. Sie stärken ein Oligopol und schwächen die Marktwirtschaft.



