Sind wir die Prügelknaben der Politik?
Die Tankstellenpartner in Deutschland sehen sich in diesem Jahr, wenn sie die gesetzlichen Auflagen erfüllen, als Prügelknaben von Deutschland. Die Politik hatte beschlossen, dass die Mineralölwirtschaft den neuen Kraftstoff Super E10 anbieten muss.
In den ersten Wochen nach Umstellung kommt es an vielen Tankstellen zu unerfreulichen Szenen. Kunden beschimpfen die Partner und das Personal an der Tankstelle. Grund sind die gestiegenen Rohölpreise und die Kostensteigerung durch den neuen Kraftstoff Super E 10.
ADAC, AvD und verschiedene Politiker fallen in diese Tiraden mit ein. Richtig ist aber, dass die Kosten für Rohöl durch die politischen Unruhen im Nahen Osten gestiegen sind und die zwangsweise Einführung von Super E 10 weitere Kostensteigerungen mit sich bringen.
Für Beides kann die Mineralölwirtschaft nichts! Es ist perfide, wenn Organisationen wie Automobilverbände gemeinsam mit den Politikern, zu ihrem eigenen Nutzen, nämlich der Gewinnung von Mitgliedern und Wählern, wider besseres Wissen falsche Beschuldigungen erheben.
Der Kraftstoff Super E10 ist von der Mineralölindustrie nicht gewollt worden. Viele Fragen hinsichtlich der Einsetzbarkeit sind bis heute nicht geklärt. Die Automobilindustrie, die alleine für die Zulassung der Kraftstoffe in ihren Fahrzeugen verantwortlich ist, erfüllt die gestellte Aufgabe einer klaren Informationspolitik nicht oder nur zum Teil.
Calpam hat als einzige Mineralölgesellschaft sehr umfangreiches Kundenmaterial in den Markt gebracht und viel Geld in die Beantwortung von Kundenfragen gesteckt.
Die Verbraucher werden in dem Informationschaos, welches unverantwortlich agierende Automobilverbände und Politiker anrichten, alleine gelassen. Die Folge: Chaos an der Zapfsäule! Die Verbraucher verweigern sich dem neuen Sprit und die Mineralölwirtschaft kann die geforderten Mengen an E 5 Kraftstoffen kaum mehr bedienen. Die Herstellungs- Transport-und Lager Kapazitäten sind auf diese Situation nicht einstellbar.
Neu kommen noch die Vorwürfe hinzu, die von Vorständen von Lebensmittelkonzernen in Umlauf gebracht werden. Die machen für ihre Preissteigerungen bei Lebensmittel nun alleine die Mineralölindustrie verantwortlich und behaupten, dass durch den höheren Biokraftstoffanteil die Nahrungsmittelpreise gepuscht werden.
Noch einmal zum mitschreiben. Die Entscheidung den Anteil von Biokraftstoffen zu erhöhen ist keine Erfindung der Mineralölwirtschaft, sondern eine Entscheidung der Politik.
Wir appellieren an dieser Stelle zu einem verantwortlichen Umgang mit diesem Thema an alle Seiten. Politik, Verbände, Organisationen, Lebensmittelindustrie, Medien und und und:
Bitte versuchen Sie einen verantwortungsbewussten Umgang mit diesem Thema zu finden und gehen Sie nicht den Weg demagogisch einen Wirtschaftszweig zu prügeln, um von eigenem Fehlverhalten abzulenken oder eigene wirtschaftliche Ziele zu fördern.
Unser Appell: Klare Ansage, dass der neue Kraftstoff politisch gewollt ist und per Gesetz verpflichtend eingeführt wurde! Klare Ansage, dass über 90% der Fahrzeuge, die heute Benzin in Form von Super und Super Plus tanken, diesen Kraftstoff ohne Probleme vertragen!



