31.07.2006 - Radweg durchgehend am Fluss entlang
Main Echo, 06. Juli 2006, Thomas Jungewelter, Foto: Harald Schreiber.
300 Meter lang, 2,50 breit, bis zu den Ferien fertig: Kleinostheim schließt die Lücke am Calpam-Tanklager Kleinostheim. Die Lücke wird geschlossen: In drei Wochen soll der Main-Radweg auch zwischen Mainaschaff und Kleinostheim durchgehend am Fluss entlang führen.
Die Bauarbeiten für das fehlende 300-Meter-Teilstück auf der Uferseite des Calpam-Tanklagers beginnen am morgigen Freitag. Den 29.Juli - das ist der erste Tag der bayerischen Sommerferien - nannte ein Sprecher des Kleinostheimer Rathauses gestern als Fertigstellungstermin. Eine mögliche Abweichung vom Zeitplan werde >>höchstens ein, zwei Tage<< ausmachen. Die Gemeinde Kleinostheim finanziert den mit 81000 Euro kalkulierten Bau allein. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) als Interessenvertretung der Radfahrer wie auch die Fremdenverkehrswirtschaft hatten den Lückenschluss am rechten Mainufer zwischen der Mainparkstraße und dem Segelhafen seit Jahren gefordert. Denn der bisher - ohne Wegweisung - ungeordnet über den Lastwagen-Parkplatz des Kleinostheimer Autohofs führende Weg ist unattraktiv und besonders für Kinder gefährlich.
Nachdem die Bauleitplanung und die Grundstückseinteilung für das benachbarte Gewerbegebiet nun in einer Phase der Übersichtlichkeit angekommen seien, so das Rathaus, könne die Gemeinde mit dem Radwegbau beginnen. Die Firma Calpam, die in dem Tanklager bis zu 11000 Kubikmeter Heizöl und Dieselkraftstoff bunkert, und das Wasser- und Schifffahrtsamt Aschaffenburg mussten dazu Gelände abgeben. Ein zwei Meter hoher Zaun wird das Calpam-Gelände von dem nun öffentlichen Uferstreifen abtrennen, ein Metallsteg die Radweg-Trasse über den Tankschiff-Anleger führen. Die 300 Meter lange Trasse wird 2,50 Meter breit und bekommt eine wassergebundene Decke.
Wie viele der am Ufer wachsenden Birken für den Bau fallen müssen, sollte nach dem gestrigen Einweisungstermin feststehen, zu dem sich Vertreter der Gemeinde Kleinostheim, der Aschaffenburger Baufirma Adolf Kunkel, von Calpam und dem Wasser- und Schifffahrtsamt verabredet hatten. Von den Quellen bis zur Mündung Als eine der verbleibenden Lücken im regionalen Radwegenetz nennt der ADFC-Kreisvorsitzende Manfred Röllinghoff (Aschaffenburg) den linksmainischen Leiderer Hafen zwischen Aschaffenburg und Stockstadt. Weder durch das Hafengelände noch außen herum sei ein Weg ausgewiesen. Laut Röllinghoff fehlt es selten am Weg selbst: >>Wichtig ist vor allem die touristische Beschilderung, damit die Leute sich zurechtfinden.<< Handlungsbedarf bestehe in Aschaffenburg zunächst am Hauptbahnhof und an der Willigsbrücke. Der einheitlich mit grün beschrifteten weißen Wegweisern ausgeschilderte Main-Radweg begleitet den Fluss von den Quellen bis zu Mündung. Von Bayreuth am Roten und Bischofsgrün am Weißen Main folgen zwei Wege den Ursprungsflüssen, die sich bei Kulmbach vereinen. Mal am linken und mal am rechten Ufer erreicht der Radwanderer nach mehr als 500 Kilometer bei Wiesbaden den Rhein.


